Die Rooftops von Wien: die Kaiserstadt von oben
Eine Hauptstadt an der Donau
Wien, die Hauptstadt Österreichs und größte Stadt des Landes, zählt rund 2 Millionen Einwohner. An der Donau im Herzen Mitteleuropas gelegen, war die Stadt über Jahrhunderte Residenz der Habsburger und Hauptstadt eines Kaiserreichs. Heute ist sie einer der Amtssitze der Vereinten Nationen und das wichtigste kulturelle, politische und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Die Stadt ist in 23 nummerierte Bezirke gegliedert, vom 1. Bezirk, der Inneren Stadt, bis zu den Vierteln am linken Donauufer, und ihr historisches Zentrum gehört seit 2001 zum UNESCO-Welterbe.
Ihre Wahrzeichen sind weltberühmt: der Stephansdom mit seinem Dach aus glasierten Ziegeln, die Hofburg, die von Palais, Opernhäusern und Museen gesäumte Ringstraße, Schloss Schönbrunn, das Belvedere, das Riesenrad im Prater, nicht zu vergessen die Wiener Kaffeehäuser und ein Musikleben, das Mozart, Beethoven und die Strauss-Dynastie erlebt hat.
Warum es sich lohnt, hoch hinaus zu gehen
Wien ist eine eher niedrig bebaute Stadt, in der nur wenige Hochhäuser die Sicht verstellen: Von einer Dachterrasse überblickt man auf einen Blick den Turm des Stephansdoms, die Kuppeln von Kirchen und Museen, die grünen Kupferdächer der Ringstraße und am Horizont die Hügelkette des Wienerwalds und den Kahlenberg. Die Rooftops der Stadt befinden sich im obersten Stockwerk von Designhotels, Kaufhäusern, Museen oder ungewöhnlicheren Gebäuden. Viele Terrassen sind vor allem von April bis Oktober belebt, während andere, verglaste oder überdachte Adressen ihre Gäste das ganze Jahr über empfangen.
Wo man in Wien hoch hinaus kann
Mit Blick auf den Stephansdom
Im Herzen der Stadt liegen die spektakulärsten Ausblicke auf den Dom. Im 9. Stock des Hotels Lamée scheint das im Winter überdachte und beheizte Lamée Rooftop den Turm fast zu berühren. Auf dem Dach des Kaufhauses Steffl in der Kärntner Straße vereint das Sky Café-Restaurant, Bar und einen mit Bäumen bepflanzten Roofgarden. Im 10. Stock des Hotels Royal serviert das Ristorante Settimo Cielo italienische Küche mit Blick auf das Ziegeldach des Doms. Ganz in der Nähe des Hohen Markts öffnet der ORGANICS Sky Garden im Sommer eine große, begrünte Terrasse.
An der Ringstraße und am Donaukanal
Am Schubertring breitet die Atmosphere Rooftop Bar des Ritz-Carlton von April bis Oktober einen blühenden Sommergarten aus, mit Blick auf den Dom und die Kuppel der Karlskirche. Auf der anderen Seite des Donaukanals, im 18. Stock des von Jean Nouvel entworfenen SO/ Vienna, vereint Das LOFT ein vollständig verglastes Restaurant und eine Bar unter einer Decke von Pipilotti Rist. Nahe dem Stadtpark setzt das Cayo Coco auf dem Dach des Hoxton auf kubanisches Flair, mit Pool und Terrasse.
Rund um das MuseumsQuartier und Mariahilf
Bei den Museen zieht die Bar Zur Libelle in der warmen Jahreszeit auf die Terrasse MQ Libelle auf dem Dach des Leopold Museums, mit Blick auf die Kuppeln der großen Museen. Gleich nebenan pflegt der Dachboden des 25hours Hotel eine schräge Atmosphäre zwischen DJs und hausgemachten Cocktails. Im Bezirk Mariahilf verbindet Chez Bernard auf dem Dach des Hotels MOTTO Pariser Eleganz mit einem Hauch Punk; das Mariatrink im 7. Stock des Jaz in the City setzt auf Musik; und das 360° OCEAN SKY auf einem ehemaligen Flakturm, der heute ein Aquarium beherbergt, bietet an jedem Tag des Jahres einen Rundumblick über die Stadt.
Im Prater, beim Belvedere und an der Donau
Über den Fahrgeschäften des Praters serviert The Living Kitchen im obersten Stock des Zoku Vienna mediterrane Gerichte zum Teilen mit Blick auf das Riesenrad. Nahe dem Belvedere setzt die Aurora Rooftop Bar im 16. Stock des Hyatt Regency Vienna auf nordisches Flair mit Kamin und großer Terrasse. Gegenüber dem Hauptbahnhof öffnet die MOOONS Rooftop Bar im Sommer eine Terrasse im 11. Stock. Im Donaupark schließlich dreht sich das Turm Restaurant des Donauturms langsam in 170 Metern Höhe: Eine Terrasse gibt es hier nicht, dafür aber ein außergewöhnliches Panorama über die ganze Stadt.
Cocktails, Küche und Atmosphäre
Preise für jedes Budget
Die Preise werden in Euro angegeben. In lässigen Adressen wie The Living Kitchen, dem Settimo Cielo, dem 360° OCEAN SKY oder dem Mariatrink kostet ein Cocktail oft 11–15 €. In den meisten Hotelbars und auf den beliebtesten Terrassen sollte man eher mit 15–19 € rechnen, im Atmosphere des Ritz-Carlton sogar mit 20–26 €. Mehrere Adressen servieren auch Frühstück oder Brunch, etwa das Sky, Das LOFT, das Aurora oder The Living Kitchen.
Ein Rooftop für jeden Anlass
Zu zweit, mit Freunden oder mit der Familie
Für ein Abendessen zu zweit machen der verglaste Speisesaal von Das LOFT, die Terrasse des Settimo Cielo oder das Drehrestaurant des Donauturms Eindruck. Mit Freunden verlängern die DJ-Abende im Dachboden, im Mariatrink oder im Aurora die Nacht, während sich der ORGANICS Sky Garden und das Cayo Coco für lange Sommerabende anbieten. Mit der Familie sind das 360° OCEAN SKY nach dem Besuch des Aquariums und der Donauturm mit seiner Aussichtsterrasse am einfachsten zu erreichen.
Bequem unterwegs
Das Zentrum lässt sich zu Fuß erkunden, und U-Bahn, die Straßenbahnen am Ring und Busse erschließen die ganze Stadt. Die Stationen Stephansplatz (U1, U3) und Schwedenplatz (U1, U4) führen zu den Rooftops im Zentrum und zu Das LOFT, Stadtpark (U4) zum Ritz-Carlton und zum Hoxton, Volkstheater und MuseumsQuartier (U2, U3) zum MuseumsQuartier, Neubaugasse (U3) nach Mariahilf, Messe-Prater (U2) zum Zoku, Hauptbahnhof (U1) zum MOOONS und Alte Donau (U1) zum Donauturm.
Tipps, um die Rooftops von Wien zu genießen
Saison, Reservierung und Kleidung
Die Freiluftterrassen sind vor allem von Mai bis September belebt, und mehrere öffnen erst im Frühjahr wieder, etwa das Atmosphere, der ORGANICS Sky Garden, die MOOONS Rooftop Bar, Zur Libelle oder die Terrasse von Chez Bernard; bei schlechtem Wetter schließen sie oft. Verglaste oder überdachte Adressen wie Das LOFT, das Lamée, das Sky oder das Aurora sind das ganze Jahr über geöffnet. Manche Bars nehmen keinerlei Reservierungen an, etwa der Dachboden oder die MOOONS Rooftop Bar; anderswo reserviert man für den Sonnenuntergang besser. Und schließlich ist in gehobenen Hotelbars gepflegte Kleidung gern gesehen, und für den Donauturm braucht man eine Eintrittskarte.
Foto : Joseolgon / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
